Blütenpracht und Frühlingslüftchen
Wenn es Frühjahr wird in Bremen, warten schöne Parks und das Weserufer auf Spaziergänger
Die ersten Strahlen der Frühlingssonne wärmen, eine leichte Brise streicht durch die Haare, die Knospen der Bäume sprießen und in den Gärten duftet es nach Blumen. Wenn der Frühling in Bremen Einzug hält, schlendern die Gäste wieder an der Weserpromenade Schlachte entlang in Richtung Überseestadt, spazieren durch den Rhododendronpark oder amüsieren sich bei den vielen Veranstaltungen wie der Osterwiese oder dem Vegesacker Hafenfest.
Wenn an den Sträuchern in den Gärten kleine, bunt bemalte Eier baumeln, dann ist es wieder soweit: Die Osterzeit naht und mit ihr beginnt auch die Osterwiese in Bremen. Das Eröffnungsfeuerwerk schickt den Winter nach Hause und läutet den Frühling ein. Nach Herzenslust können Besucher dann Schmalzkuchen, Zuckerwatte und andere Leckereien naschen, mit Riesenrad, Autoscooter, Wilder Maus und vielem mehr fahren, Gewinne abräumen.
Die Osterwiese ist bunt, doch vor allem ist Bremen grün. Das ist weder politisch gemeint, noch liegt es an der Farbe des Fußballvereins Werder Bremen oder der Traditionsbrauerei Beck & Co., sondern an den weitläufigen Grünanlagen, den Parks und Gärten der Freien Hansestadt. Hier tauchen Besucher ein in ein Meer aus Blüten in Farben von strahlendem Weiß über leuchtendes Gelb und glühendes Rot bis hin zu kräftigem Violett. Besonders im Mai erleben Blumenfreunde im Rhododendronpark einen Farbenrausch, denn dann ist Hauptblütezeit der rund 10.000 Rhododendren und Azaleen. Die Pflanze, der der Park gewidmet ist, fühlt sich eben nicht nur im Himalaya oder im tropischen Dschungel wohl, sondern auch im hiesigen Klima.
Mitten im Rhododendronpark entführt Bremens grünes Science Center botanika seine Gäste in fernöstliche Gefilde und Kulturen von Borneo über den Himalaya in einen japanischen Garten. Die Schaugewächshäuser versetzen Besucher in fremde Welten – Experimente laden zum Mitmachen ein.
Bremens maritime Seiten wiederum erleben Gäste zum Beispiel an der Weserpromenade Schlachte: Sie können eine Schiffstour unternehmen oder einfach Schiffe beobachten, flanieren, lachen und genießen, essen, trinken und Partys feiern. Ob eine geruhsame Fahrt nach Bremerhaven oder weiter über Wümme und Lesum in das nahe Umland, ein Captain‘s Dinner, ein unterhaltsamer Theaterabend oder ein Musikkonzert an Bord – die Ausflugsschiffe bieten ein breit gefächertes Programm.
Nicht nur Touristen, sondern auch die Bremer selbst strömen von Anfang Mai bis zum letzten Septemberwochenende in Scharen an die Schlachte – auch weil dann Kajenmarkt am Weserufer ist. Kunsthandwerker stellen aus, begleitet von schwungvoller Live-Musik, die Marktschreier auf ihren vollgepackten Wagen machen freche Sprüche und die Bremer Gastronomie sorgt mit typisch nordischem, aber manchmal auch ziemlich exotischen Angebot für das leibliche Wohl der Marktbesucher.
Mit den Weserschiffen geht es auf große und kleine Fahrt – flussabwärts, Richtung Überseestadt, Bremens jüngstem und modernstem Stadtviertel. Es ist auch bei einem Spaziergang entlang der Weser zu erreichen, denn die verlängerte Uferpromenade führt über das Stephaniviertel bis hierhin, in die alten Stadthafenreviere von Bremen mit ihren dicken Pötten und kleinen Dampfern. Das Flair der Hafenquartiere hat sich erhalten, doch in den renovierten Speichern und Schuppen sowie in den vielen Neubauten in anspruchsvoller moderner Architektur haben auch Kunst und Kultur, Gastronomie und Unterhaltung, Büroalltag und Privatleben ihren Platz.
In den schicken Bars der Überseestadt können Gäste Cocktails schlürfen mit Namen wie Singapore Sling oder Sea Breeze, die so exotisch sind wie in alten Tagen das Publikum am Hafen. Von den vergangenen Zeiten erzählt das Hafenmuseum im Speicher XI, von Seefahrt und Sehnsucht, Aufbruch und Hoffnung. In unmittelbarer Nähe eines Hafenbeckens beleuchtet das Museum die letzten 120 Jahre Bremer Hafengeschichte, veranschaulicht historische Ereignisse und persönliche Erinnerungen. Warenproben riechen und ertasten, Säcke hieven, Schiffe beladen, Knoten schlagen, morsen – Gäste können hier selbst Hand anlegen.
Weiter flussabwärts im Nordbremer Stadtteil Vegesack wird die Seefahrertradition Bremens besonders gepflegt. Viele große und kleine Schiffe sorgen entlang der 1.800 Meter langen Maritimen Meile für ein außergewöhnliches Panorama. Unter anderem liegt hier das einzige erhaltene deutsche Vollschiff, die Schulschiff Deutschland. Wenn Besucher am Wasser entlang schlendern, können sie den Möwen und den Geräuschen der Hafenwelt lauschen.
Beim Vegesacker Hafenfest Anfang Juni allerdings werden sie überlagert von Rock, Pop, Soul, Blues, Jazz, Country und Shantys. Beim Zuhören können sich Gäste an Fischbrötchen oder Eis laben, Kaffee oder Prosecco schlürfen und Schmuck, Kunsthandwerk und Trödel kaufen. Auf vier Bühnen sorgen Musikgruppen und Solisten für das musikalische Rahmenprogramm. Mit den Traditionsschiffen aus dem Vegesacker Museumshafen unternehmen Besucher kostenlose Bootstouren auf Lesum und Weser, beim "Kutterpullen", einem Ruderwettkampf, reißen Männer und Frauen gemeinsam an den Riemen.
Dass nur das Quaken eines Frosches die Stille durchbricht und Grillen am Uferrand zirpen, erleben Besucher auf einer Torfkahnfahrt durch früher unwegsame Moor- und Feuchtgebiete. Ausgangspunkt ist der Torfhafen unweit des Hauptbahnhofs. Hierhin wurde früher mit dem Torf die Haupteinnahmequelle der Siedler im Umland transportiert. Und von hieraus erkunden Gäste heute in den einfachen, langen, schmalen Torfkähnen bei der Fahrt über den Torfkanal die Landschaften zwischen Bremen und dem Teufelsmoor, erfahren Wissenswertes über das Leben der Torfschiffer und die Besiedelung der Region. Frisch Verliebte interessiert aber vielleicht eher eine romantische Lampionfahrt?






