Bremen maritim
Vom Torfkahn übers Piratenschiff bis hin zum Containerfrachter
Sie fließt mitten durchs Herz der Metropole und hat Bremen als Handelsweg überhaupt erst zu der stolzen Hansestadt gemacht, die es ist: die Weser. Das Seefahrer-Flair ist bis heute lebendig und für Touristen von besonderem Reiz.
An der Uferpromenade Schlachte treffen sich bei schönem Wetter Bremer und Auswärtige direkt an der Weser. Von den Terrassen und Gärten einer vielfältigen Gastronomie aus lässt sich der Blick aufs Wasser genießen. Historische und moderne Schiffe säumen den Kai und lassen Urlaubsstimmung aufkommen. Etwa 2.000 Sitzplätze stehen den Gästen während der Sommersaison in den Bier- und Sommergärten an der Schlachte zur Verfügung. Im Sommer ist der Ausschank draußen bis Mitternacht erlaubt. Auch auf dem Wasser geht es in Bremen kulinarisch zu: An Bord der Schiffe vor der Schlachte erwartet die Besucher eine abwechslungsreiche Gastronomie bis hin zur "piratischen" Atmosphäre auf dem Pannekoekschiff "Admiral Nelson".
Auf große oder kleine Fahrt geht es am Martinianleger an der Schlachte: Im Sommer schippern die Fahrgastschiffe täglich weserauf- oder weserabwärts. Von hier aus geht es zum Beispiel zur Weser- und Hafenrundfahrt, auf Frühstücks- oder Candlelightfahrt, zur "Kohl und Pinkel"-Tour auf dem Wasser oder zur "Weser-Bord-Party".
Noch etwas weiter weserabwärts treffen Geschichte und Moderne des maritimen Bremens aufeinander. In der Überseestadt entsteht auf einer der größten Baustellen Europas aus einem alten Hafengelände zeitgemäße Wohn-, Arbeits- und Freizeitquartiere. Durch die verlängerte Uferpromenade Schlachte über das Stephaniviertel bis ins Hansequartier der Überseestadt ist der beständig wachsende Bezirk bei einem entspannenden Spaziergang entlang der Weser zu erreichen. Auch für Radtouristen bietet sich die kurze Tour an der Weser entlang an, und von Mai bis September verkehrt ein Schiffshuttle vom Martinianleger über den Europahafen in der Überseestadt bis in den Norden Bremens.
Am Anfang der Renaissance der alten Hafenquartiere stand die Modernisierung ehemaliger Lagerhäuser wie Speicher I und Speicher XI. Heute vereinen sie Kunst, Kultur und Büroalltag in einer innovativen Mischung. Während der Speicher I zum Standort für viele kreative Unternehmen der Hansestadt wurde, beherbergt Speicher XI hinter seiner historischen Backsteinfassade inzwischen die Hochschule für Künste, das Bremer Hafenmuseum, verschiedene Dienstleistungsfirmen sowie das Infocenter der Überseestadt. Zahlreiche Neubauprojekte, wie die "Porthäuser" genannten Bürogebäude mit Blick auf den Europahafen, verdeutlichen die Anziehungskraft der Überseestadt.
Im nächsten Schritt ziehen Freizeitvergnügungen und Wohnraum in die Überseestadt ein. Ein Varieté-Theater, Hotels und Wohnflächen sind in Planung. Für einen weiterhin steigenden Gästezustrom in die bereits vorhandenen Restaurants, wie die Feuerwache, das HUDSON Loft Restaurant und das Restaurant Speicher XI, ist also gesorgt.
Schiffe, Warenumschlag und Seebären-Raubeinigkeit prägten einst die Hafenreviere und ihre Menschen. Damit ist die Überseestadt der ideale Standort für das Hafenmuseum Speicher XI. In unmittelbarer Nähe eines verfüllten Hafenbeckens beleuchtet das Museum die letzten 120 Jahre Bremer Hafengeschichte mit dem Ziel historische Ereignisse, persönliche Erinnerungen und Emotionen spannend zu veranschaulichen und nachvollziehbar zu machen.
Weiter flussabwärts im Nordbremer Stadtteil Vegesack werden die maritimen Traditionen besonders gepflegt. Hier, wo vor fast 400 Jahren der erste künstliche Hafen Deutschlands entstand präsentiert sich die 1800 Meter lange Maritime Meile entlang der Weser. Die Erlebnisausstellung Spicarium komplettiert nun die Vegesacker Attraktionen rund um Kapitänshäuser, Signalstation und den Museumshaven. Seit 1996 liegt hier außerdem das einzig erhalten gebliebene Vollschiff der deutschen Schifffahrtsgeschichte, das "Schulschiff Deutschland", das inzwischen neben der Ausbildung zum Schiffmechaniker auch Platz für Übernachtungen, Tagungen und Trauungen anbietet.
Außerdem ist Vegesack alljährlich Schauplatz maritimer Veranstaltungen: Rund um den ältesten künstlichen Hafen Deutschlands, einst Heimathafen der größten deutschen Heringfangflotte und einer Walfangflotte, findet das traditionelle Vegesacker Hafenfest statt. Viele große und kleine Schiffe, allen voran das "Schulschiff Deutschland", sorgen für ein tolles Panorama. Schiffsbesichtigungen, Kutterpullen und ein vielseitiges Landprogramm mit Musik auf drei Bühnen, mit Seemanns-Chören, Straßenkünstlern sowie einem breiten Angebot an Gaumenfreuden machen dieses Fest zu einem stimmungsvollen maritimen Ereignis.
Leinen los für starke Songs heißt es alljährlich im August beim Festival Maritim. Es präsentiert Sea-Songs und Shanties aus aller Welt bei einem Musikereignis zwischen Kunst, Kultur und Kuriosem im Bremer Norden. Bands aus Deutschland und der ganzen Welt sowie regionale Shanty-Chöre verwandeln Vegesack drei Tage lang in eine maritime Open-Air-Bühne.
Etwas beschaulicher geht es bei einer Bootstour der besonderen Art zu: Torfkahn "Jan von Moor" schippert seine Gäste durch den Norden und Nordosten Bremens. Die Torfkahnfahrt führt vom Findorffhafen direkt am Bürgerpark entlang eines Jahrhunderte alten Weges durch unwegsame Moor- und Feuchtgebiete. Einen geselligen Ausflug mit Freunden erleben und bei geruhsamer Fahrt einfach mal die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen.

















