Der älteste deutsche Fasswein lagert im Bremer Ratskeller
Tief im historischen Bremer Ratskeller, unter dem 600 Jahre alten Rathaus (UNESCO Welterbe) – abgeschieden von Licht und Luftzug – lagern die ältesten Faßweine Deutschlands und dürfen ungestört reifen. In dem nur durch Kerzen beleuchteten Raum kann man durch den Geruch von Fass und Wein schon beim Eintritt die jahrhundertealten Gaumenfreuden erahnen. Unter einer gemalten Rose findet der Besu-cher das Herz des Kellers, das Rosefass. Darin der berühmte Rosewein, ein Rüdes-heimer aus dem Jahrgang 1653.
Der Name Rosewein stammt übrigens nicht von der rosigen Farbe des Weines. Da-mals wurde ein qualitativ hochwertiger Wein nach der schönsten Blume, der Rose, benannt. Auch noch heute ist der Wein trinkbar. Aufgrund seines unschätzbaren Wertes wird hiervon allerdings nur noch sehr selten Gebrauch gemacht. Ausschließ-lich der Kellermeister und der jeweilige Bremer Bürgermeister dürfen ihn probieren. Von ihrem Vorrecht haben die hohen Herren allerdings schon lange keinen Gebrauch gemacht, um den edlen Tropfen so lange wie möglich zu bewahren. Die englische Königen Elizabeth II. kostete bei Ihrem Staatsbesuch in Bremen 1978 je-doch einen Fingerhut voll. Wie es geschmeckt hat, ist nicht überliefert, allerdings dürfte ein feines Sherryaroma ihren Gaumen gekitzelt haben, denn nach klassischem Rotwein schmeckt der Rüdesheimer wohl nicht mehr.
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